Zum Inhalt springen
Startseite » Schlechter Neujahrsvorsatz „Rauchstopp“: Weniger Lungenkarzinome, dafür mehr Apoplexe?

Schlechter Neujahrsvorsatz „Rauchstopp“: Weniger Lungenkarzinome, dafür mehr Apoplexe?

Mit der letzten Zigarette verglimmt auch das alte Jahr, und voller Tatendrang blickt der eine oder andere Raucher in eine möglicherweise rauchfreie Zukunft und ein gesünderes neues Jahr. Der Jahreswechsel ist traditionell die Zeit für gute Vorsätze, gesünder zu leben, und das Rauchen aufzugeben gehört für viele dazu.

Doch es gibt einen Wermutstropfen: Japanische Forscher veröffentlichten pünktlich zum Jahresbeginn eine Studie, in der sie einen Zusammenhang zwischen Rauchstopp, Gewichtszunahme und dem Anstieg des Blutdrucks belegen konnten. Anhand der Daten von 234.596 Personen fanden sie 856 Patientinnen und Patienten, die mit dem Rauchen aufgehört hatten, und für die mindestens sechs Jahre nach der Raucherentwöhnung Daten vorlagen. Diese untersuchten sie auf Veränderungen des Blutdrucks und die Verschreibungsrate von Antihypertensiva jeweils ein und sechs Jahre nach dem Rauchstopp. Außerdem verglichen sie Gewicht und Blutdruck der kontinuierlichen Raucher mit den „Neuabstinenzlern“.

Gewichtszunahme und Blutdruck-Anstieg nach Rauchstopp

Nach einem Jahr beobachtete man eine mediane Gewichtszunahme von 1,8 kg. Man unterteilte die Studienteilnehmer in Gruppen mit hoher und niedriger Gewichtszunahme, bei denen kein signifikanter Unterschied in Bezug auf die Verschreibungsrate von blutdrucksenkenden Medikamenten festgestellt werden konnte. Die Gruppe mit der hohen Gewichtszunahme wies allerdings nach sechs Jahren einen signifikanten Anstieg des systolischen und diastolischen Blutdrucks auf. Die Forscher führten multiple Regressionsanalysen durch, um Prädiktoren für die Veränderungen des Blutdrucks zu ermitteln: Der systolische Blutdruck wurde durch Alter und hohe Gewichtszunahme beeinflusst, während der diastolische Blutdruck allein von der Gewichtszunahme abhing. Alles in allem weisen diese Daten also darauf hin, dass die Gewichtszunahme nach der Raucherentwöhnung zu einer Erhöhung des Blutdrucks führte.

Pest oder Cholera?

Es scheint also, als hätte man als Raucher die Wahl zwischen „Pest und Cholera“: Entweder erhöht Rauchen das Bronchialkarzinom-Risiko, oder der den Rauchstopp begleitende Blutdruckanstieg das Apoplex- und Herzinfarktrisiko. Doch so weit muss es nicht kommen – der Rat: Jeder Rauchstopp sollte unbedingt von gewichtssenkenden Verhaltens- und Ernährungsmaßnahmen begleitet werden.

Ninomiya Y et al. Association between weight gain following smoking cessation and development of hypertension in the future. Hypertens Res (2024) https://doi.org/10.1038/s41440-023-01549-8

365med by 21up